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Primkenauer Memoiren

Vor 230 Jahren - vor 140 Jahren - vor 120 Jahren:

Kultivierung des Sprottebruchs

Vor 75 Jahren:

Das Sprottebruch wird Naturschutzgebiet

1770 1775 wurde auf Veranlassung des Preußenkönigs Friedrich II. der erste umfassende Entwässerungsversuch des Primkenauer Bruchs unternommen. Damals legte man auf der Strecke von den "Stichhäusern" bis zu den sogenannten Schwedenbrücken einen geraden Entlastungskanal für die ursprünglich weiter südlich fließende Sprotte, die bis dahin die Georgenmühle bei Henriettenhütte betrieb. Dieser Stichkanal wurde, eigentlich fälschlich, später "Sprotte" genannt.

Knapp 90 Jahre später, um 1860, begann der Herzog Christian August von Schleswig-Holstein neue Entwässerungsarbeiten. Das Zeisdorfer Stauwehr wurde abgesenkt, um einen schnelleren Abfluß der Bruchwasser zu erreichen. Das Gebiet wurde nun mit einem Netz von Gräben und Wegen überzogen. Namentlich der Nordergraben (bzw. Mittelkanal) wurde angelegt.

Schon 1880 unternahm die eigens gegründete "Sprotte-Meliorations-Genossenschaft" den weiteren Ausbau der Sprotte von den Schwedenbrücken bis zum Zeisdorfer Wehr und eines Teils der sog. kleinen Sprotte. Doch die damals geschaffenen Anlagen verfielen bald wieder, so daß die Sprotte allmählich versandete. Die Folge waren wieder häufigere Überschwemmungen. Oft glich das Bruch einem einzigen großen See, aus dem nur die Wälder und einige Dämme hervorragten. Mehrmals wurde die gesamte Heuernte des 24000 Morgen großen Gebietes vernichtet. Erst um 1920 entschloß man sich zu neuen Entwässerungsarbeiten.

Damit die Kultivierung des Sprottebruchs die seltene Vogelwelt und die reiche Moorflora nicht gefährden sollte, erklärte Herzog Albert im Jahre 1925 eine Fläche von 700 ha des herzoglichen Bruchbesitzes zum Naturschutzgebiet.

Das Sprottebruch kann in diesem Jahr sein 75jähriges Naturschutz-Jubiläum begehen, denn auch der polnische Staat hat diese Regelung für das Gebiet übernommen.

Die Sprotte vor dem Wald Schramkalk (Foto: Annelies Sellmeier)