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Primkenauer Memoiren

Vor 120 Jahren

Tod des Herzogs Friedrich

Herzog Friedrich von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg war der älteste Sohn des Herzogs Christian August, der nach dem Verzicht auf seine Erbfolge in Schleswig-Holstein 1853 die Herrschaft Primkenau gekauft und sich dorthin zurückgezogen hatte. Friedrichs Leben war, wie das seines Vaters, gekennzeichnet von einem vehementen politischen Abschnitt, in dem er zum Spielball konträrer Machtinteressen wurde, und dem konsequenten Rückzug ins Private.

Der junge Erbprinz, der den Verzicht seines Vaters nicht akzeptierte, heiratete 1856 die Prinzessin Adelheid von Hohenlohe-Langenburg. Das Paar lebte auf dem Rittergut Dolzig in der Niederlausitz, wo auch ihre ersten drei Kinder, Auguste Victoria (die spätere Kaiserin), Karoline Mathilde und Ernst Günther geboren wurden. Später kamen noch Luise Sophie in Kiel und Feodora in Primkenau zur Welt.

Als 1863 der dänische König ohne männlichen Nachfolger starb, erhob Friedrich berechtigten Anspruch auf die Erbfolge in den Herzogtümern Schleswig und Holstein, erklärte als Friedrich VIII. seinen Regierungsantritt und verlegte den Wohnsitz der Familie nach Kiel. Als die Dänen wieder versuchten, sich Schleswig einzuverleiben und internationale Verträge verletzten, zwangen die Verbündeten Preußen und Österreich Dänemark in einem Krieg, Schleswig und Holstein an sie gemeinsam abzutreten. Bismarck duldete im Rahmen seiner Politik, ein einheitliches Deutschland zu schaffen, keine Herausbildung eines selbständigen Bundesstaates. Friedrich mußte also nach dem deutschen Krieg 1866, der die Grundlage zur Errichtung des Kaiserreiches 1871 bildete, endgültig seine Hoffnungen begraben und zog sich mit der Familie nach Gotha zurück.

Als sein Vater 1869 starb, wurde Friedrich Herr auf Primkenau. Schon im Jahr darauf zieht er mit dem Hauptquartier des preußischen Kronprinzen in den Krieg gegen Frankreich. Nach Friedensschluß widmet er sich völlig der Erziehung seiner Kinder und setzt das Aufbauwerk seines Vaters in dem idyllischen Heidestädtchen Primkenau fort. Zahllos sind die Überlieferungen seiner Wohltätigkeit und seines sozialen Engagements, zu dem er auch seine Kinder erzog. Bei einem Waldbrand hilft er bei den Lösch- und Rettungsarbeiten und zieht sich dabei ein schweres Herzleiden zu. Eine Kur in Wiesbaden soll Besserung bringen, doch er stirbt dort am 14. Januar 1880. Sein Sohn und Nachfolger Ernst Günther ist zu dieser Zeit noch minderjährig.

Herzog Friedrich von Schleswig –Holstein-Sonderburg-Augustenburg